Chronik des Schützenverein

 

 

 

50 Jahre Schützenverein Hollen e.V.

Der Schützenverein Hollen e.V. feiert im Jahr 2002 seinen 50. Geburtstag. Aus diesem Anlass will ich versuchen, das bisherige Vereinsleben mit seinen Höhepunkten zu schildern. In den Nachkriegsjahren wurde auf den Dörfern wieder Schützenvereine gegründet, so auch in den Nachbargemeinden Wittstedt und Freschluneberg. Einige Hollener wurden auch Mitglieder in diesen Vereinen. Da aber auch schon damals auf den Schützenfesten außer Schießen tüchtig gefeiert wurde, war der Heimweg mit dem Fahrrad beschwerlich aber auch nicht ungefährlich. So wurden sich einige Hollener Schützen einig, einen eigenen Schützenverein zu gründen. Aus dem Gründungsprotokoll vom 9. Februar 1952 geht folgender Text hervor.

Durch Anregung mehrerer Schießsportinteressenten wurde durch Plakataushang zu einer Versammlung zwecks Gründung eines Schützenvereins in der Gastwirtschaft Grotheer aufgerufen. Christian Meinken übernimmt bis zur Vorstandswahl die Leitung der Versammlung und eröffnete diese um 20.30 Uhr. Mit einleitenden Worten und gründlicher Erläuterung erklärte Meinken den Männern den Werdegang eines Schützenvereins. Im Anschluss wurde die Satzung eines Nachbarvereins von Heinrich Schmonsees verlesen. Von der Versammlung wurde diese nach kleinen Abänderungen übernommen. Danach erstellte man eine Mitgliederliste.

An diesem Abend einigten sich die 25 Gründungs­mitglieder, den Gründungstag auf den 1. März 1952 festzulegen, um verhinderte Personen bis da­hin, den Eintritt zum Gründungsmitglied zu ermöglichen.

In dieser zweiten Sitzung wurde von den 44 Gründungsmitgliedern der erste Vorstand gewählt. Geschossen wurde mit privaten Luftgewehren, so konnte der Verein diese Ausgaben vorerst sparen. Gründungskönig wurde Hans Seedorf. Das erste Königsbier soll 14 Tage nach dem Schützenfest stattfinden. Außerdem wählte man ein Schiedsgericht, die über eventuelle Streitigkeiten beim Schießen befinden sollen.

Das erste Schützenfest fand am 6. Juli 1952 statt. Geschossen wurde auf dem Königsvogel, Volksvogel, und dem Kindervogel sowie auf vier Scheibenständer. Das erste Königsbier musste wegen Maul- und Klauenseuche ausfallen, es wurde mit einem gemütlichen Abend beim Herbstschießen nachgeholt.

Auch der Kontakt zu Nachbarvereinen wurde ge­sucht, indem man mit Abordnungen zu den Schützenfesten ging. Im November trat der Verein dem Deutschen Schützenbund bei und hielt sich eine Schützenzeitung. 1953 wurde über die Anferti­gung eines neuen Zeltes gesprochen und geplant. Auch Uniformen wurden bestellt, und eine Jugendgruppe gegründet, die erstmals auf dem Schützenfest aktiv wurde. Beim Schützenfest verfügte man auf dem nach heutiger Sicht provisorisch hergerichteten Stand, in Grotheers Garten, über 3 Vogelstände, 4 Konkurrenz- und l Vereinsstand. Von den 4 Konkurrenzständen wurde einer für Frauen eingerichtet und einer als Freihandstand.

 

 Bis 1954, als man in der Generalversammlung beschloss einen neuen Schießstand zu bauen, wurde beim Vereinswirt im Garten die Schießveranstaltungen durchgeführt. Eine sogenannte „Mondlandschaft" unmittelbar am Waldrand gelegen, erschien den Schützen als geeigneter Standort für den neuen Schießstand. Im Herbst konnte nach unermüdlicher Arbeit Einweihung gefeiert werden. 1955 wechselte der Verein aus Kostengründen nach Versammlungsbeschluss aus dem Schützenbezirk Elbe-Wesermündung zum Schützenbezirk Bremerhaven-Wesermünde e.V. Auch das vereinseigene Zelt sollte zum Schützenfest aufgestellt werden und eine eigene Theatergruppe wurde ins Leben gerufen. Im Januar 1960 wurde die Anschaffung einer Fahne beschlossen. Da der Verein nicht über so viel Geld verfügte, wurden die Mittel hierfür über Spenden finanziert. Am Himmelfahrtstag konnte dann die langersehnte Fahne geweiht werden. Die Weihe der Fahne, wurde vom l. Vorsitzenden des Luneschützenbundes Herrn Kieck ausgeführt. Mit der Fahnenweihe war die Aufbauarbeit des Vereins abgeschlossen und die Mitgliederzahlen steigen von Jahr zu Jahr.

1962 konnte der 1. Vorsitzende Christian Meinken aus gesundheitlichen Gründen die Wahl nicht wieder annehmen. Als Nachfolger wurde hierfür Johann Grotheer gewählt. Der Schießstand wurde vergrößert und modernisiert und auch ein Stromanschluß wurde geschaffen. Selbst die Pflege zu den örtlichen Vereinen wurde gefördert.

Nach zehnjähriger Tätigkeit als Vereinsvorsitzender legte Johann Grotheer 1972 seine Amtsgeschäfte nieder und schlug Wulf Schwarzat vor, der von der Versammlung einstimmig angenommen wurde. Mit dem Vorsitzenden Wulf Schwarzat, trat eine neue Generation in den Verein. Dem Verein traten immer mehr jüngere Mitglieder bei und bereits ein Jahr später, wurde auch eine Damenabteilung gegründet.

Der genaue Tag der Gründungsversammlung war der 30. März 1973. Es meldeten sich 11 Damen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Wulf Schwarzat beschloss man, im ersten Jahr auf die Uniform zu verzichten. Erste Königin wurde Wilhelmine Busch.

Die Schützenschwestern sind eine echte Bereicherung in unserem Verein, deren Elan und Idealismus nicht zu überbieten ist. Als fairer Partner haben besonders die Damen den Namen des Schützenvereins Hollen weit über die Grenzen des Ortes hinausgetragen.

1976 wurde in Hollen die Mehrzweckhalle fertig gestellt. In dieser Halle wurden durch Einsatz unseres damaligen Bürgermeisters Siebert, von der Gemeinde die Kosten für die Installierung einer Luftgewehranlage übernommen. In sehr kurzer Zeit wurde durch viel Eigenleistung eine vollautomatische Scheibenanlage mit acht Ständen errichtet. Dieses war für den Verein mit 168 Mitgliedern ein weiterer Aufschwung, denn zu der Zeit waren wir die Ersten im Kreis, die über solch eine Anlage verfügten. Das erste Einweihungspokalschießen war ein voller Erfolg. Unserer Einladung folgten 40 Vereine mit etwa 450 Schützenschwestern und Schützenbrüder.

Ein weiterer Höhepunkt war 1977 das 25-jährige Jubiläum des Vereins. Mit einem Kommersabend wurde das Festprogramm am Freitag, den 13. Mai, wobei 29 Schützen für ihre Treue zum Verein geehrt wurden, eröffnet. Nach dem Jubiläumsball am Sonnabend stand am Sonntag ein Umzug durchs Dorf an, wozu zahlreiche Vereine mit ihren Fahnenabordnungen erwartet wurden, auf dem Programm. Nach einem Wochenprogramm mit Volkswandern, Schießen der örtlichen Vereine, mit einem „Spiel ohne Grenzen" am Himmelfahrtstag und als Krönung ein Pokalschießen geladener Vereine, wurde das Jubiläum nach einer Woche mit einem großen Erfolg abgeschlossen.

Am 11.10.1979 wurde unser Verein im Vereinsregister eingetragen und trägt jetzt den Zusatz e.V. Durch die steigende Mitgliederzahl wurde die Enge auf dem Schießstand immer größer und der Vor­stand war sich einig, es musste ein neuer Luftgewehrstand her. Auf der Jahreshauptversammlung 1980 stimmten die Mitglieder des Vereins zu und leiteten damit eine entscheidende Weiterentwicklung ein. Das dieser Schritt nötig war, bewies sich bereits im Sommer als Werner Hollen in Düring Kreiskönig wurde. Somit war der Schützenverein Hollen im nächsten Jahr Ausrichter des Kreiskönigsschießens. Durch den guten Kontakt zum Schützenverein Beverstedt, stellten sie uns 1981 ihren Stand zur Verfügung, denn unser Stand war für solch ein Schießen viel zu klein.

1982, kurz vor der Vollendung der neuen Schützenhalle, legte der Vorsitzende Schwarzat aus beruflichen Gründen sein Amt nieder. Sein Amt übernahm Reinhard Preuk, der einstimmig von der Versammlung bestätigt wurde. Aber auch unser neuer Vorsitzender knüpfte dort an, wo seine Vorgänger aufgehört haben. Bereits beim Neubau der Schützenhalle, wenn es darum ging, Leute zur Arbeit zu motivieren, damit an jedem Wochenende die Arbeiten weiter vorangingen, ansonsten wäre der Luftgewehrstand in so kurzer Zeit nicht fertig geworden.

Als Tiefschlag konnte man dann die Einbrüche am 13.10.1982 und am 29.1.1983 bezeichnen, wobei uns Munition, vier KK. und fünf Luftgewehre entwendet wurden. Der Schaden betrug ca. 10.000,00 DM.

Das Jahr 1983 stand ganz im Zeichen unserer Da­menabteilung, denn sie feierten ihr Zehnjähriges. In den nächsten Jahren nahm das Vereinsleben sei­nen Lauf mit guten örtlichen und überörtlichen Veranstaltungen. Der Vorstand jedoch plante schon wieder. Die Bausteine vom letzten Bauvorhaben waren gerade zurückgezahlt, da hieß es, die KK-Halle braucht ein neues Dach. Und wie es Fortuna so will, im gleichen Jahr 1987 wurde Helmut Hünken in Brameln Kreiskönig. Da wir das Kreiskönigsschießen diesmal in Hollen austragen wollten, hieß es auf der Jahreshauptversammlung 1988: „Auf dem Schießstand wird wieder gebaut".

Vorstand von 2002/

Schützenverein Hollen e.V. - Gesamtvorstand im Jahre 2002. Sitzend (von links): H. Beckmann, H. Meinken, R. Preuk. Ste­hend (von links): M. Gremke, B. Ficke, R. Oldenbüttel, Ch. Oldenbüttel, L. Rönner, A. Lilkendey, H. Lilkendey, M. Ficke, H. Harms, K. Meyer, Ch. Weinen, H. Weinert, B. Heinsohn, T. Preuk, M. Pfaff.

 



Der Vorsitzende sprach auf der Hauptversammlung über ein erfolgreiches Jahr 1989. Die Erweiterung und Fertigstellung des KK-Standes, die Verlegung des Schützenfestplatzes zum Schießstand und das Kreiskönigsschießen waren die herausragenden Punkte. 1992 wurde das 40-jährige Jubiläum un­seres Vereins gebührend gefeiert mit einem Kom­mersabend mit geladenen Gästen und einem Pokalschießen, woran sich 76 Mannschaften beteiligten. Auch ein neuer eigener Elektroanschluss zum Schießstand wurde gelegt, so dass wir für alle Zeit den Buden- und Karussellbetrieb ausreichend versorgen können. Außerdem wurde im LG-Stand ei­ne neue Innenverkleidung angebracht und im KK-Stand wurden zwei neue Seilzuganlagen ange­schafft. In der Hauptversammlung 1995 berichtete der 2. Vorsitzende Helmut Beckmann, dass die Zeit nach der Jahreshauptversammlung bis zum Dorfgemeinschaftsschießen als ruhige Zeit im Verein bezeichnet werden kann, doch im Jahr 1994 war alles anders.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Dach vom LG-Stand war undicht, es sah im Stand aus wie in einer Tropfsteinhöhle. Deshalb wurde kurzfristig eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, die einstimmig für ein neues Dach votierte. Außerdem erhielten wir auch eine Schankgenehmigung. Dadurch entfallen die kostenpflichtigen Einzelgenehmigungen bei der Samtgemeinde. Auch die Kläranlage wurde saniert und der Silvesterball soll aus Kostengründen nicht mehr vom Schützenverein ausgerichtet werden. 1998 feierten wir das 25-jährige Damenjubiläum. Von den 12 Schützinnen, die die Damenabteilung gründeten, sind noch sieben dem Verein treu geblieben. Aus Anlass des Jubiläums wurde ein Pokalschießen durchgeführt. Mit 36 Mannschaften, die unserer Einladung gefolgt waren, sind ca. 300 Schützinnen an den Start gegangen. Im Anschluss nach dem Pokalschießen fand am 28. März die vereinsinterne Jubiläumsveranstaltung mit Ehrung statt.

Auf der Hauptversammlung 2000 wurde berich­tet, dass auf dem Schießstand schon wieder renoviert und umgebaut wird. Aus Brandschutzgründen bemängelte der Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr den Notausgang im hinteren Teil der Schützenhalle. Gesagt und getan und binnen kurzer Zeit wurde eine Treppe nach oben errichtet und das Ganze mit einer Überdachung als separater Eingang umgebaut. Aber gerade waren diese Arbeiten abgeschlossen, wurden dem Verein vom Landkreis neuen Auflagen unterbreitet, im KK-Stand mussten Kugelfänge eingebaut werden. In diesem Zusammenhang wurde gleich die hintere Blende erneuert.

Auf dem Schießstand lief wieder die Mischmaschine und es wurde wieder gezimmert und geschweißt. Nachdem alles abgenommen wurde, ist die KK-Halle noch mit einer herausnehmbaren Wand aus Holzelementen als Wärmeschutz versehen worden. Nach ein paar Verschönerungsarbeiten ist unser Stand jetzt zum Jubiläum soweit hergestellt, dass wir erst mal zufrieden sein können. Arbeit und Ideen gibt es noch genug, aber dieses ist alles eine Geldfrage. Diese umfangreich Arbeiten haben dem Verein ca. 2.000 € an Material gekostet, welche aus Beiträgen und Veranstaltungen aufgebracht werden müssen. Nochmals alle Mitglieder, vom Vorstand einen herzlich Dank, die immer bereit sind, im Verein mitzuhelfen und da sind und ihre Freizeit zum Wohle des Vereins opfern.

2002: Mit 250 Mitgliedern, 69 Schützinnen, l24 Schützen sowie 57 Jugendlichen und Kindern geht der Verein ins Jubiläumsjahr.

Mit Stolz können wir heute auf eine Entwicklung die den Erhalt alter Tradition und Schützenbrauchtums und die Entstehung von schießsportlichen Betätigungen zum Inhalt hat, zurückblicken.